MRT des Brustkorbs

Im Rahmen der Ganzkörper-Magnetresonanztomographie in unserer Praxis für Vorsorgemedizin in Witten werden die Organe, Gewebe und Strukturen des Brustkorbs (Thorax) dargestellt und begutachtet. Insbesondere entzündliche Prozesse sowie verschiedene Tumorstadien lassen sich mit Hilfe der MRT-Diagnostik hervorragend darstellen. Nachfolgend geben wir Ihnen einen exemplarischen Überblick über mögliche anatomische Auffälligkeiten beziehungsweise Erkrankungen in diesem Bereich.

Tumoren

Wie vorab erwähnt, eignet sich die MRT besonders gut zur Darstellung tumoröser Veränderungen, wobei Frühstadien der Krebserkrankungen sehr effizient detektiert werden können.

Zu den Tumoren des Brustkorbs zählen unter anderem die mediastinalen Tumoren. Das Mediastinum wird auch als Mittelfellraum bezeichnet. Er dehnt sich horizontal aus vom Brustbein (Sternum) bis zur Wirbelsäule, vertikal vom Hals bis zum Zwerchfell.

In diesem definierten Raum können verschiedenste gut- oder bösartige Tumoren ausgehend von der Schilddrüse, dem Lymphgefäß– oder dem Nervensystem dargestellt werden.

Die MRT bietet uns die Möglichkeit, Lage und Ausdehnung der tumorösen Veränderungen zu bestimmen und zur Identifikation der Tumorart beizutragen. Ferner werden Veränderungen der Lymphknoten sichtbar. Sogenannte Raumforderungen durch die Geschwulst beziehungsweise das Einwachsen in umgebende Gewebe sind nachweisbar. Nach Gabe von Kontrastmitteln lässt sich der Zustand der Blutgefäße im Brustkorb sehr gut abbilden. Darüber hinaus nutzen wir die Ansammlung des Kontrastmittels in bestimmten Gewebepartien auch zur  Identifikation der Tumoren.

Frühe Stadien von Krebserkrankungen der Nerven (z. B. gutartiges Neurofibrom) oder der Wirbelkörper können lokalisiert werden. Ebenso lassen sich Tochtergeschwülste, welche den Mittelfellraum besiedeln, eingrenzen.

Sollten derartige Auffälligkeiten auftreten, werden wir eine weiterführende Diagnostik bei einem Facharzt veranlassen. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang, dass im Zuge der Vorsorge-MRT bereits früheste Anzeichen einer Krebserkrankung nachgewiesen werden können (oftmals als Zufallsbefunde), deren gezielte und fachlich kompetente Behandlung hervorragende Heilungschancen ermöglichen.

 

Lymphknotenerkrankungen

Der Mittelfellraum wird wie der Rest des Körpers von Lymphbahnen durchzogen, deren Kreuzungspunkte von Lymphknoten gebildet werden. (Siehe auch MRT des Oberbauches und MRT des Beckens).

Zu den Lymphknotenerkrankungen zählt die Sarkoidose (Morbus Boeck), welche sich unter anderem durch eine Bindegewebsknötchenbildung (Granulombildung) darstellt. Von dieser seltenen gutartigen, entzündlichen Erkrankung sind vor allem Lymphknoten und das Lungengewebe betroffen, jedoch nicht ausschließlich. Letztendlich kann eine Sarkoidose in allen Körperarealen auftreten.

Zu den Lymphknotenerkrankungen des Brustkorbs zählen darüber hinaus die Lymphome. Nähere Details dazu finden Sie in Kapitel MRT des Beckens.

Lungen- und Brustfellerkrankungen

Zu den Lungen- und Brustfellerkrankungen gehören die Pleuraergüssse. Zunächst einige Anmerkungen zur Anatomie: Pleura bedeutet Brustfell: Zum einen kleidet diese Membran die Innenseite des Brustkorbs aus, zum anderen umhüllt sie die Lunge. Zwischen den beiden Pleurablättern befindet sich der Pleuraspalt, der im gesunden Zustand mit wenig Flüssigkeit gefüllt ist. Die Lunge verändert beim Atmen ihr Volumen und kann sich entlang des Brustfells und aufgrund des Pleuraspalts ungehindert entfalten und bewegen.

Pleuraergüsse sind krankhafte Ansammlungen von Flüssigkeit im Pleuraspalt. Je nach Menge kann es zur Komprimierung der Lunge und Einschränkung ihrer Funktion kommen. Diese abnormale Flüssigkeitsansammlung kann verschiedenste Ursachen haben. Hier können unter anderem eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Lungenentzündung oder ein Lungentumor (Bronchialkarzinom) verantwortlich sein. Wird in der MRT abnormal viel Flüssigkeit im Pleuraspalt nachgewiesen, können weitere Schritte zur Differentialdiagnostik veranlasst werden.

Das Pleuraempyem zeichnet sich durch eine Ansammlung infizierter Flüssigkeit im Pleuraspalt aus. Es handelt sich um eine Infektionskrankheit, die durchaus lebensbedrohlich werden kann. (Typisch für ein spätes Stadium ist die Pleuraschwartenbildung mit Verwachsungen der beiden Brustfellmembranen). Patienten mit frühzeitig erkanntem Empyem und geeigneter Therapie haben jedoch eine hohe Chance der vollständigen Genesung.

 

Risikofaktoren für Reflux von Magensäure

Zu den Risikofaktoren für Reflux von Magensäure zählt unter anderem die Hiatushernie (zu Deutsch: Zwerchfellbruch). Aufgrund der veränderten Öffnung des Zwerchfells können sich Teile des Magens verlagern (siehe Abbildung). In einzelnen Fällen kann dies Reflux der Magensäure in die Speiseröhre hervorrufen.

Des Weiteren stellen epiphrenale Divertikel Risikofaktoren für einen Magensäurenreflux dar. Dabei handelt es sich um Ausstülpungen der Speiseröhrenschleimhaut, die sich in der Speiseröhre aufgrund einer Wandschwäche bilden. Sie sind oberhalb des Zwerchfells lokalisierbar.

Unter Einsatz von Kontrastmitteln lassen sich erste Anzeichen der Divertikel in der MRT darstellen.

Herz und -beutel

Die MRT des Herzens (kardiale MRT) ist eine relativ neue diagnostische Methode, die sich mittlerweile in der Herz-Kreislauf-Diagnostik etabliert hat. Mittels der MRT-Bildgebung lassen sich die Morphologie des Herzens und der angrenzenden Gefäße, die Wandbewegung des Herzens, Anzeichen für Herzmuskelerkrankungen, Fehlbildungen, Flüssigkeitsansammlungen, Entzündungen des Herzmuskels, Beurteilung der betroffenen Areale nach einem Herzinfarkt sowie die Durchblutung des Herzens hervorragend darstellen. Dabei setzen wir gegebenenfalls Kontrastmittel ein.

Im Rahmen der Ganzkörper-MRT legen wir unser Augenmerk unter anderem auf krankhafte Veränderungen des Herzbeutels (Perikard). Dabei können erste Hinweise auf einen Perikarderguss gegeben sein. Der Herzbeutel umgibt das Herz und besteht aus zwei Schichten, zwischen denen sich ein Spalt befindet. Dieser enthält im gesunden Zustand wenig Flüssigkeit, nur einige Milliliter.  Im Krankheitsfall entsteht ein Perikarderguss: Dabei ist die Flüssigkeitsansammlung in diesem Spalt erhöht und führt dazu, dass die Herzfunktion eingeschränkt ist.

Stellen wir frühe Anzeichen des Herzbeutelergusses fest, können wir diese Information an Ihren Kardiologen weiterleiten, der die notwendigen Maßnahmen einer geeigneten Therapie ergreifen kann.

Ferner lassen sich Merkmale einer Perikarditis (Herzbeutelentzündung) nachweisen, die beispielsweise durch Grippeerreger hervorgerufen werden kann. Da chronische Entzündungen des Herzbeutels oftmals mit wenigen Symptomen einhergehen, werden sie lange Zeit nicht erkannt.

Des Weiteren kann uns die MRT-Bildgebung Informationen zu möglichen  Perikardzysten geben. Dieses sind flüssigkeitsgefüllte, gutartige Fehlbildungen des Herzbeutels, die oftmals als Zufallsbefund entdeckt werden.

 

Große Thoraxgefäße

Es gibt krankhafte Blutgefäßveränderungen, die eine Gefahr für Ihre Gesundheit darstellen und deren frühzeitige Entdeckung wichtig für eine erfolgreiche Behandlung ist. In diesem Zusammenhang  gehen wir in Kapitel MRT der Gefäße auf die Arteriosklerose und auf das Thema Aneurysmen ein.

Unter Einsatz eines Kontrastmittels lassen sich darüber hinaus erste Anzeichen einer Aortendissektion darstellen. Hierbei entstehen Einrisse in der Gefäßwand, durch die Blut in tiefere Wandschichten eindringen kann. Das MRT-Bild zeigt dann die Einblutung (siehe folgende Abbildung). Früh erkannt, kann die Dissektion medikamentös behandelt werden. In akuten und fortgeschrittenen Fällen wird ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Gerne steht Ihnen unser Team der Praxis für Vorsorgemedizin in Witten bei weiteren Fragen zur Magnetresonanztomographie des Brustkorbs zur Verfügung.

 

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