MRT des Halses

Im Rahmen der Ganzkörper-Magnetresonanztomographie in unserer Praxis in Witten werden die Organe, Gewebe und Strukturen des Halses dargestellt und begutachtet.

Mit Hilfe der MRT-Diagnostik lassen sich sowohl entzündliche Prozesse als auch tumoröse Veränderungen der Halsweichteile, der Speicheldrüsen, des Rachens und des Kehlkopfes hervorragend darstellen. Die optimierte Weichteildarstellung im MRT ermöglicht uns eine sichere Befundung.

Darüber hinaus eignet sich die MRT des Halses zur Kontrolle von Lymphknoten sowie zum Nachweis von Strukturveränderungen der Halswirbelsäule.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen exemplarischen Überblick über mögliche anatomische Auffälligkeiten beziehungsweise Erkrankungen in diesem Bereich.

 

Tumoren

Grundsätzlich können Tumoren des Halses mit einem MRT lokalisiert und ihre Ausdehnung/Eindringtiefe beurteilt werden.

Im Rahmen der MRT-Vorsorgeuntersuchung lassen sich unter anderem früheste Stadien gut- oder bösartiger Formen der Larynx (Kehlkopf)-Tumoren darstellen. Der Kehlkopf ist eingebettet in das Weichgewebe des Halses. Strukturveränderungen, die durch die Infiltration einer gut- oder bösartigen Geschwulst hervorgerufen werden, lassen sich mit dem Schnittbildverfahren der MRT sehr gut abbilden. Ebenso verhält es sich mit fortschreitenden Entzündungsprozessen des Kehlkopfes.

Insbesondere Rauchern ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung des Kehlkopfes zu empfehlen, da auf diese Weise ein Screening bezüglich des Kehlkopfkrebses (erhöhtes Risiko bei Rauchern) sinnvoll unterstützt werden kann.

Darüber hinaus können wir erste Anzeichen der unterschiedlichsten Speicheldrüsentumoren nachweisen. Die meisten sind gutartig, langsam wachsend und schmerzlos – entwickeln sich also weitestgehend unbemerkt. Werden im MRT erste Vorläufer detektiert, kann Ihr HNO-Arzt eine geeignete Therapie einleiten.

Des Weiteren lassen sich erste Schleimhautveränderungen, die durch einen Mundbodenkrebs verursacht werden, im MRT darstellen. Die Ausdehnung in Bezug auf die Mundschleimhaut und die Mundbodenmuskulatur lässt sich anhand der MRT-Bilder nachvollziehen. Weitere diagnostische sowie therapeutische Schritte können umgehend mit Ihrem betreuenden Facharzt abgestimmt werden.

Bei der Untersuchung des Halses achten wir ferner auf mögliche Zystenbildung. Mediane und laterale Halszysten (mittig oder seitlich angeordnete flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) sind im MRT als glatt begrenzte Raumforderungen ohne Gewebeinfiltration zu erkennen. Ob therapeutische Maßnahmen notwendig werden, entscheidet nach abgeschlossener Diagnostik und Befundung Ihr behandelnder HNO-Arzt.

Außerdem können wir mit der Schnittbildtechnik Lipome – gutartige Tumoren, die sich aus Fettgewebe zusammensetzen, – darstellen. Meist sind sie asymptomatisch, können jedoch bei entsprechender Größe Nerven reizen oder druckempfindlich sein. Die Entfernung eines Lipoms ist oftmals nur dann notwendig, wenn es aus kosmetischen Gründen stört.

Lymphknotenerkrankungen

Etwa ein Drittel aller Lymphknoten des Menschen sind im Halsbereich angesiedelt. Sie sind Bestandteil des lymphatischen Systems und spielen eine wichtige Rolle in der Abwehrreaktion des Körpers gegenüber Krankheiten.

Lymphknotenveränderungen können durch Infektionen (bakteriell oder viral) ausgelöst werden oder aber durch gut- oder bösartige Tumoren hervorgerufen werden.

Die reaktive Vergrößerung der beteiligten Halslymphknoten aufgrund von Infekten bildet sich in der Regel nach Abklingen der Erkrankung zurück. Werden im MRT Auffälligkeiten der Halslymphknoten nachgewiesen, empfehlen wir eine weitere Beobachtung und Diagnostik durch Ihren HNO-Arzt. Gerade chronisch entzündliche Prozesse können über einen längeren Zeitraum zum Anschwellen der Lymphknoten führen.

Früheste Stadien von gut- oder bösartigen Lymphomerkrankungen der Halslymphknoten lassen sich im Rahmen der MRT-Vorsorgeuntersuchung ebenfalls feststellen. Auffälligkeiten der Lymphknoten durch bösartige Hodgkin- oder Non-Hodgkin-Lymphome können ebenso nachgewiesen werden wie Veränderungen durch Tochtergeschwülste eines anderen Tumors, zum Beispiel eines Kehlkopfkrebses. (Siehe auch zu diesem Thema in den Kapiteln MRT des Brustkorbs, MRT des Oberbauches und MRT des Beckens).

 

Schilddrüse

Die schmetterlingsförmige Schilddrüse befindet sich unterhalb des Kehlkopfes und ist der Luftröhre vorgelagert. Sie produziert unter anderem die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin, die zum Beispiel den Energiehaushalt der Körperzellen steuern.

Selbst kleinste krankhafte Veränderungen der Schilddrüse, die zum Beispiel durch Jodmangel, Entzündungen, Autoimmunerkrankungen (der Körper greift mit seinen Abwehrzellen eigenes Gewebe an, zum Beispiel „Morbus Basedow“), gut- oder bösartige Tumoren verursacht werden, lassen sich mittels der MRT-Bildgebung detektieren.

Stellen wir beispielsweise im MRT Ansätze einer Schilddrüsenvergrößerung fest, die unter anderem durch Entzündungen, Jodmangel oder eine Über- oder Unterfunktion der Drüse hervorgerufen werden können, empfehlen wir Ihnen durch weitere Diagnostik bei einem Fachkollegen, den Ursachen der Vergrößerung auf den Grund zu gehen. Ähnlich verhält es sich bei einer krankhaften Verkleinerung der Drüse oder bei einer vorhandenen Seitenungleichheit.

Darüber hinaus können Knoten oder die Vergrößerung der Schilddrüse  Schluckstörungen bedingen.

Des Weiteren können wir mit der MRT zystische Anomalien der Schilddrüse erkennen und gegebenenfalls eine Punktion oder die Entfernung der Zyste bei den Endokrinologen (Hormon-Spezialisten) zur Diskussion stellen.

Knotige Veränderungen des Schilddrüsengewebes treten häufig auf, sind jedoch nur in seltenen Fällen von bösartiger Natur. Ob ein Knoten gut- oder bösartig ist, kann neben einer Biopsie (Gewebeentnahme) auch nicht-invasiv im MRT festgestellt werden. Mit einer deutlichen Sensitivität und gewissen Spezifität können wir häufig die Knoten anhand der MRT-Bilder einordnen. Deutet die Bildgebung auf einen Krebsbefall hin, kann beim Onkologen (Krebsspezialisten) eine Biopsie des Knotens angeordnet werden.

Im Hinblick auf die Entwicklung eines Schilddrüsenkarzinoms ist es besonders wichtig, bereits früheste Anzeichen des Tumors zu entdecken und einer schnellen Therapie zuzuführen. Die MRT ermöglicht genaueste Aussagen über die Art des Tumors sowie die Darstellung feinster Lagebeziehungen des tumorösen Gewebes innerhalb oder außerhalb der Schilddrüse.

 

Rachenraum

Die Vorsorge-MRT des Rachenraums kann uns beispielsweise Aufschluss über versteckte Abszesse liefern, die nicht zu sehen oder zu ertasten sind. Diese können unter anderem von Mandel- oder Schilddrüsenentzündungen ausgehen.

Darüber hinaus ermöglicht uns die Schnittbildtechnik, kleinste Vorstufen eines Mandel- oder Rachenkrebses zu entdecken und diese einer weiteren fachlich angepassten Diagnostik und Therapie zuzuführen.

 

Kehlkopf

Unter Kapitel MRT des Halses haben wir Sie bereits über die MRT der gut- oder bösartigen Kehlkopftumoren informiert. Darüber hinaus bieten die Schichtaufnahmen die Möglichkeit, den Zustand der Stimmlippen bzw. Stimmbänder sowie der umgebenden Muskulatur zu beurteilen. Unter anderem werden erste Anzeichen des sogenannten „Reinke Ödems“ sichtbar, die durch eine anormale Flüssigkeitseinlagerung in den Stimmbändern entsteht. Unbehandelt führt dies zu einer sehr rauen „Whiskey-Stimme“.

Des Weiteren können Muskelauffälligkeiten in diesem Bereich dargestellt werden, die ebenfalls auf längere Sicht zur Beeinträchtigung der Stimmbildung beitragen können.

 

Muskulatur

Die MRT-Bildgebung gibt uns darüber hinaus Auskunft über mögliche Seitenasymmetrien der Halsmuskulatur, die bei stärkerer Ausprägung durchaus zu Fehlhaltungen führen können (Schiefhals).

Des Weiteren lassen sich intramuskuläre Auffälligkeiten bereits im Anfangsstadium erkennen. Hier sind zum Beispiel Gewebeveränderungen aufgrund eines Weichteilsarkoms (bösartige Krebsform der Weichgewebe) zu nennen. Die Behandlung frühester Stadien dieser Krebsart ist mit alleiniger chirurgischer Entfernung des Tumorgewebes möglich.

Ferner können wir posttraumatische Veränderungen der Muskulatur (Narbenbildung etc.) nach Verletzungen oder Unfällen detektieren.

 

Kiefergelenke

Die MRT der Kiefergelenke ermöglicht es uns, Ursachen für Funktionsstörungen sowie Gewebeauffälligkeiten abzubilden. Dabei liefert uns die MRT eine  kontrastreiche Darstellung der Kiefergelenksweichteile.

Das MRT-Bild kann uns  Auskunft geben über:

  • Verletzungen der Gelenke, zum Beispiel nach einem (Sport-)Unfall
  • Gelenkentzündungen
  • Zustand und Lage des Diskus (Knorpelscheibe). Eine Verschiebung des Diskus kann zu Knack- und Knirschgeräuschen des Kiefergelenks beitragen.
  • Knorpelverschleiß

 

Gefäße

Zum MRT der Blutgefäße lesen Sie bitte eine ausführliche Beschreibung in Kapitel MRT der Gefäße.

Halswirbelsäule

Die Abschnitte der Halswirbelsäule können dank der MRT-Bildgebung auf verschiedenen Ebenen dargestellt werden. Unser besonderes Augenmerk legen wir hierbei auf mögliche Bandscheibenvorwölbungen (Protrusio) beziehungsweise Bandscheibenvorfälle (Prolaps). Hierbei kann es zu Druckschädigungen des Rückenmarks kommen, die nur operativ beseitigt werden können.

Ferner begutachten wir den Zustand der Wirbelkörper, Nervenstränge, des Spinalkanals und der umgebenden Muskulatur.

Der Flüssigkeitsgehalt der Bandscheiben ist sehr differenziert darstellbar. Außerdem ist die Beeinträchtigung der Nerven durch einen Prolaps oder Protrusio sehr gut zu erkennen (Wirbelkanalstenosen, Verengung des Rückenmarkskanals).

Darüber hinaus sind erste Anzeichen von Wirbelkörpertumoren oder Tumoren der Nervenfasern bzw. -wurzeln sehr gut darstellbar.

Des Weiteren lassen sich Veränderungen der Halswirbelgelenke aufgrund verschleißbedingter, nicht entzündlicher Knorpelabbauprozesse (Arthrose) (siehe Kapitel Gezielte MRT der Gelenke) hervorragend abbilden. Hinweise geben unter anderem ein verschmälerter Gelenkspalt, Wucherungen des beteiligten Knochens, Verdichtung des Knochens unter dem Knorpel sowie Knochendefekte.

Gerne steht Ihnen unser Team in Witten bei weiteren Fragen zur Magnetresonanztomographie des Halses zur Verfügung.

 

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